Chicoree-Inulin
von Dr. Tanya Zilberter

Das beste (und, wie einige Forscher meinen, einzige) Beispiel eines Präbiotikums ist Chicoree-Inulin. Inulin ist ein "nicht-verdaubares Oligosaccharid". Das heißt ganz einfach, dass es ein Kohlehydrat ist, das nicht verdaut werden kann. Es kann – und wird – in den unteren Bereichen des Intestinaltrakts fermentiert. Infolge dessen gedeiht die nützliche intestinale Mikroflora (Bifidobakterium) besser.
Inulin kommt in der Natur in großen Mengen in einigen der bekanntesten Kräuter vor, wie zum Beispiel Klettwurzel, Löwenzahnwurzel, Helenenkrautwurzel und Chicoreewurzel. Sofern es nicht einer Gefriersprühbehandlung unterzogen wurde, ist es nur in heißem Wasser löslich. Aus diesem Grund nimmt man es traditionell in heißem Tee zu sich. Sofern es nicht einer Gefriersprühbehandlung unterzogen wurde, hat es einen mild-süßen Geschmack und wirkt sättigend. Weil es aber nicht absorbiert wird, beeinflusst es nicht den Blutzuckerspiegel und ist kalorienneutral.

Die direkt dokumentierten Wirkungen des Präbiotikums Chicoree-Inulin sind:

  • eine verbesserte Darmtätigkeit vor allem infolge der Erhöhung des Stuhlvolumens;
  • eine verbesserte Bioverfügbarkeit von Mineralien, die unter anderem zur Verringerung des Osteoporose-Risikos beitragen können; verbesserter Fettstoffwechsel: es gibt vorläufige Hinweise auf eine Triglycerid-verringernde Wirkung von Chicoree-Inulin; und
  • eine mögliche Verringerung des Dickdarmkrebsrisikos. Es wurde nachgewiesen, dass ein "synbiotischer" Ansatz, der Chicoree-Inulin und Bifidobakterien kombiniert, wirkungsvoller ist als entweder das Probiotikum oder das Präbiotikum allein.

Das Okösystem in Ihrem Bauch
In Ihren Därmen leben zahlreiche Spezies. Einige sind nützlich (z.B. Bifidobakterium, Eubakterium und Laktobazillus), einige sind schädlich (z. B. Clostridium, Shigella und Veillonella), und einige können tödlich sein.
Ein Präbiotikum (nicht Probiotikum) ist "ein nicht verdaubarer Lebensmittelbestandteil, der den Wirt [also Sie] günstig beeinflusst, indem er das Wachstum und/oder die Aktivität einer oder mehrerer Bakterienarten im Dickdarm gezielt anregt". (Am Clin Nutrit, 2001; 73:406S-409S.)
Ein Probiotikum trägt nützliche Bakterien von außen in das Ökosystem des Darms ein, während ein Präbiotikum das Wachstum der potenziell gesundheitsfördernden Mikroorganismen im Körperinneren anregt und dadurch die Zusammensetzung des natürlichen Ökosystems verändert.